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Selbstfindungstrip Schottland

Wie ich um 21:07 Uhr in der Wildnis einen Panikanfall bekam.

Ich alleine in der Wildnis – eine Selbstfindungsreise

Ich war so erschöpft. Und so nass. Und am zittern – vor Kälte und vor … Angst.

Was zum Teufel mache ich hier? Und wieso habe ich mir das in den Kopf gesetzt?

Es ist die erste Nacht in Schottland, zwischen Bäumen, Sträuchern und fließenden Pfützen. Steine stechen mir in den Rücken, all meine Habseligkeiten tropfen vor Nässe und mir ist *****kalt. Ich schrecke hoch, gucke auf die Uhr – 21.07 Uhr. Vor einer Stunde bin ich vor Erschöpfung eingeschlafen, nachdem ich im Regen, der sich über mir wie aus Eimern ergoss, versuchte irgendwie das Zelt aufzubauen. Ich gucke mich um, das Zelt wankt unsicher unter dem prasselnden Starkregen und in den Windböen. Und ich werde paranoid: knabbert da irgendwo was an meinem Zelt? Was zum Teufel mache ich hier? Mir kommen die Tränen, mir wird übel, ich bekomme kaum Luft. Was zum Teufel MACHE ICH hier?! – „Das ist genau das, was du wolltest. Du hast dich wochenlang darauf gefreut einsam und alleine mitten im Wald zu zelten.“ – Ja, aber doch nicht so. Nicht völlig durchnässt, frierend, verzweifelt.

Ich führte den inneren Monolog weiter, bis ich es schaffte mich in die einstige Vorfreude einzufühlen und die akute Angst in Abenteuerlust umzuwandeln. Ich schlief wieder ein.

Am nächsten Morgen war ich ganz schön stolz auf mich. Und das sollte die erste gemeisterte Herausforderung aus dieser Selbstfindungsreise werden.

p.s.: übrigens war ich nicht paranoid. Ein Tier hat sich tatsächlich nachts durch meine Zeltwand geknabbert und hat mir meine leckeren Nüsse aus der Zipptüte geklaut!

 

Selbstfindungereise, Schottland, West Highland Way

 

Seit diesem Zeitpunkt war ich nass und voller Schmutz, und das sollte irgendwie für die restlichen Tage so bleiben, ich bekam mich gefühlt weder vollkommen trocken, noch wollte der Schmutz an den Händen, unter den Fingernägel und im Nagelbett verschwinden. Am 3. Tag ging mir das Wasser aus, es war eine Etappe, bei der ich mich vorher gut mit Wasser hätte eindecken sollen. Abends kam ich bei einer Schutzhütte mitten im Wald an. Dort war schon ein Brasilianer, der Gott sei Dank schon dabei war Feuerholz für ein Feuer zu hacken (endlich meine Klamotten trocknen! Yay!). Dann traf ich noch deutsche und einen Franzosen. Ich wollte dann schon los gehen um aus den zahlreichen Bächen irgendwie Wasser zu holen, um es mit meinem Filter trinken zu können. Dann entdeckte ich aber, dass da wohl jemand das Regenwasser vom Dach der Schutzhütte („Bothy“) sammelte. Ich fragte rum und es war der Franzose. Er war so nett und ich durfte mir etwas abzapfen und sogar noch meine zwei Flaschen für die nächste Tagesetappe auffüllen. Die Nacht war geprägt von eisiger Kälte, es war schließlich nur eine steinernde, zugige, feuchte Steinbehausung, aber immerhin war das Dach ziemlich dicht. Es gab natürlich keinen Strom oder eine Toilette. Und es war – wie soll es anders sein – alles dreckig. Und voller Mäuse. Und alle Wände und Balken mit Spinnennetzen überzogen. Nachts kamen die wilden Tiere und veranstalteten Kämpfe um die Mäuse an den Wänden und an der Tür. Um 1 Uhr Nachts und um 3 Uhr versuchten andere Leute noch rein zu kommen. Am nächsten Morgen war ich wie gerädert. Aber ich musste weiter. So packte ich meinen 14kg Rucksack und machte mich auf den Weg. Unterwegs traf ich irgendwann wieder auf einen kleinen Ort und ein Hotel. Da es wie aus Eimern goss, entschloss ich mich mal eben kurz rein zu schlendern. Dort konnte ich tatsächlich einen Apfel kaufen und eine Limonade – und das war das göttlichste in diesem Moment. Ich war so dankbar dafür. Und so glücklich. Der Regen konnte mir schon lange nichts mehr anhaben. Alles andere schöne wurde zelebriert wie eine große Feier. Und so ging ich weiter meinen Weg, auch wenn mir Steine hingeworfen wurden durch einen entzündetem Hals und Achillessehne, dennoch habe ich viel geschafft und erlebt. Und gelernt.

 

Was mir auf bei meiner Selbstfindungsreise bewusst wurde:

 

#1 Ich bin mutig

#2 Ich kann alle Herausforderungen meistern

#3 Ich bin ehrgeizig

#4 Befürchtungen müssen sich nicht bewahrheiten

#5 Ich habe es geschafft Angst in Abenteuerlust, Selbstunsicherheit in Selbstliebe und Schüchternheit in Aufgeschlossenheit umzuwandeln

#6 Alleine fernwandern macht selbstbewusst und sich selbst bewusst

#7 An alles, was negativ erscheint, kann man wachsen

#8 Nichts hält mich davon ab, das zu tun, was mir in den Sinn kommt

#9 Angst ist eine Illusion

#10 Wandern ist mobile Meditation

#11 Mir wurde bewusst, was wirklich wichtig ist im Leben

#12 Dinge wie (sauberes) Trinkwasser lernt man wieder richtig wertzuschätzen

#13 Ebenso eine warme und trockene Schlafunterkunft

#14 Der Natur so nahe zu sein, macht mich genügsam und erdet mich

#15 Ich vermisse meinen ganzen Schnick-Schnack nicht und brauche viel weniger um glücklich zu sein, als gedacht

 

Auch wenn ich den Selbstfindungstrip verschieben/verkürzen musste, hat er mir doch viel über mich selbst beigebracht und ich konnte mir selbst und der Natur, der Erde, auf der ich lebe, nah sein.

Ich kann nur jedem empfehlen, so eine Selbstfindungsreise zu machen, um mal wieder bei sich anzukommen. Je nach dem WO und WIE diese Selbstfindungsreise sein soll, ist natürlich eine Portion gute Vorbereitung und Ausrüstung nötig!

Jetzt, da ich wieder Daheim bin, bin ich für alles bereit. Ich bin dabei meine Design-Freelancer-Website fertig zu machen (HIER kommst du zu dem Beitrag) und online zu stellen und meine Dienstleistung anzubieten. Ich bin bereit, im Oktober nach Indonesien und Thailand zu fliegen, um weiter an meinem Angebot und Projekten zu arbeiten und neue Kulturen kennen zu lernen (lese HIER den Beitrag wie wir das Digitale Nomadentum ausprobieren wollen). Im Moment fühle ich mich großartig und so, als könnte ich alles machen, was ich will und ich alles erreichen kann, was ich mir als Ziel setze.

 

Hast Du schon einmal so eine Reise gemacht? Wie war deine Erfahrungen? Oder willst du in Zukunft eine machen?

Ich brenne auf deine Geschichten!

 

 

 

Stay unique, glittering greeting & namastè,

deine Su.

 

Selbsfindungsreise, Schottland

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3 Comments

  1. Sylvia Reimer

    August 30, 2017 at 5:27 pm

    Du bist großartig!!!!!
    Und das was du GESCHAFFT hast,!!!!
    Gänsehaut beim lesen…
    Ganz liebe Grüße und Bewunderung
    von mir
    Sylvia

  2. Stefanie - Blonde For Adventure

    August 31, 2017 at 5:31 am

    Hallo liebe Su,

    WOW – da hast du aber echt viel erlebt. Wahnsinn, wie sehr wir an solo Reisen wachsen können. Ich habe ähnliche Themen auf meinem Blog und würde mich freuen, mit dir auszutauschen 🙂 Das Allein Reisen als Frau kommt ja immer mehr, aber das Wandern und vor allem Zelten trauen sich die wenigstens alleine.
    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Business und deinen weiteren Solo Reisen,

    viele herzliche Grüße
    Steffi

    1. uniquecorn-maedchen

      November 19, 2017 at 7:33 am

      Liebe Stefanie – Danke 🙂

      Sehr gerne können wir uns austauschen!

      Liebste Grüße!

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